Der Wald hat keinen Lockdown

Infektionszahlen, Maskenpflicht, ständiges Lüften von geschlossenen Räumen, in denen frierende

Menschen sitzen. Mund- Nasenbedeckung wird zur Pflicht auf belebten Straßen und Plätzen. Verängstigte, verunsicherte, zum Teil traumatisierte Menschen.

Angst ist der schlechteste Ratgeber. Angst macht eng und schwächt unser Immunsystem. Der beste Nährboden für Infektionen.

Wir haben uns verirrt in einem Wald von Zahlen, Verordnungen und Strafandrohungen. In solch einem Labyrinth findet nicht das Leben statt. Hier versinken wir immer weiter. Der Fluß kommt zum Stillstand. Stillstand bedeutet Tod. Doch nicht irgendein Virus ist es, sondern unsere Gedankenwelt, welche Horrorszenarien erzeugt vom Dauerbeschuss durch die Medien.

Wie wäre es einfach mal auf OFF zu drücken und hinaus zu gehen in den Wald, ohne Mund- Nasenbedeckung, um sie tief in unsere Lungen einzuatmen, die gesunde Waldluft. Den Duft von feuchtem Laub und Moos bewusst zu genießen. Dem Rauschen des Windes zu lauschen, der jetzt im November die letzten Laubblätter mit sich nimmt.

Wer die Lust verspürt kann die Rinde eines Baumes berühren und wer es noch inniger mag, kann ihn auch umarmen. Es ist mit Sicherheit ein tiefgehendes Gefühl einem Lebewesen aus der Pflanzenwelt so nah zu sein.

Der Wald beginnt jetzt sich auf die Winterruhe vorzubereiten. Ruhe bedeutet Innehalten, zu sich zu finden. Das Gleiche gilt in der dunklen Jahreszeit auch für uns. Wir gehören doch ebenfalls zur Natur, wir sind nur vom Weg abgekommen in diesem Labyrinth von selbsterschaffenen Gedankenverstrickungen. Kommen wir zur Ruhe wird uns der richtige Weg zu unserer eigenen Mitte gezeigt.  Frieden mit sich selbst zu finden, bringt uns die Gewissheit ein Teil des großen Ganzen zu sein. Wir sind es, die unseren Kindern ein Stück Wegbegleiter sein müssen. Denn sie sind unsere Zukunft.

Die Zukunft gehört den Mutigen. In diesem Sinne wünsche ich allen von uns, den Mut nicht zu verlieren.

Herzlichst Manuela Buczior

Im November 2020

Herbstzauber

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die Nächte länger, treten wir ein in die dunklere Jahreszeithälfte. Der Herbst ist die Zeit der Ernte, der Dankbarkeit, der Laternen- und Lichterfeste.

Das Laub der Bäume verabschiedet sich mit einem Farbenrausch besonderer Art bevor der Wind es mit sich nimmt, wie in einem freudigen Tanz. Hagebutten, die Beeren der Ebereschen, Kastanien und Eicheln, laden ein zum kreativen Gestalten. Wir lassen uns Äpfel, Birnen und Pflaumen schmecken. Es wird Mus gekocht, Früchte getrocknet und in der Vorratskammer verstaut. Gehen wir in den Herbsttagen hinaus, sehen wir Spinnweben die sich durch das feuchte Gras ziehen und die Tautropfen kleben darin wie kleine Perlen. Die Natur hat sich noch einmal fein gemacht, für das Abschiedsfest des Sommers. Die Tiere des Waldes sammeln Futter für den Wintervorrat und mit etwas Glück, kann man sie dabei beobachten.

Jetzt ist für Kinder die Zeit gekommen, mit Körben hinauszugehen um es den Tieren gleich zu tun und zu sammeln. Aus diesen Schätzen kann so viel gemacht werden, es braucht nur etwas Fantasie. Und wenn der Wind uns um die Nase weht holen wir den Drachen heraus und lassen den bunten Gesellen am Herbsthimmel tanzen. Denn wir sind uns gewiss, irgendwann legt sich dieser wieder genau wie in unserem Leben in dem uns mancher Sturm begegnen wird,denn:

  „ Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung“.

In diesem Sinne wünsche ich allen Erwachsenen offen zu bleiben für den Wandel und die Veränderung. Die Natur zeigt es uns und unsere Kinder bringen diese Offenheit mit.

Herzlichst, Manuela Buczior

Sommerträume

Die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht.

Die heißesten Tage des Jahres beginnen. Draußen ist es lange hell. Es ist die Zeit des Reifens.

Die Farbe des Sommers ist Rot. So wie die Kirschen, die nun rund und prall am Baum hängen.

Ich erinnere mich noch an Kindheitstage, als wir unter den Bäumen saßen und Kirschen aßen bis wir Bauchschmerzen bekamen. Wir starteten Wettkämpfe im „ Kirschkern Weitspucken“. Barfußlaufen durch die blühenden Wiesen, Blumenketten basteln, ausgelassenes Umherstreifen durch Wiese und Wald, das ist der Innbegriff des Kindersommers.

Kinder spüren noch den Herzschlag der Natur. Abends wollen sie nicht ins Bett, es ist ja noch hell draußen.

Doch unser Leben hat sich verändert. Wir haben uns von da draußen zurückgezogen in unsere Wohnhäuser. Wir sind abgekapselt und haben das Gefühl, was draußen ist gehört nicht zu uns. Ja es erscheint uns oft auch zu gefährlich. Da lauern Zecken, Mücken und der Fuchsbandwurm.

Aber noch immer sind wir Teil der Natur. Ich bin der Meinung wir Erwachsene brauchen wieder ein anderen Zugang um die Verbundenheit mit alle Lebendigen zu spüren.

Nach Ärger, Stress und Anspannung, zieht es uns hinaus in den Garten, auf die Wiese in den Wald. Warum ist das wohl so? Eine Frage die jeder für sich selbst beantworten darf. Unsere Erde ist voller Wunder, wenn wir uns darauf einlassen. Kinder können es. Sollten wir von ihnen lernen?

All das was wir in der Natur geschenkt bekommen, ist gratis. Es ist das pure Leben, welches so golden schimmert, wie die Kornfelder in diesen Tagen.

Die Arbeit kann warten, das Leben nicht.

Ich wünsche allen einen nicht enden wollenden Sommer.

Herzlichst,

Manuela Buczior.

Frühlings – ERWACHEN

Wir alle sehnen ihn herbei nach dem langen Winter. Obwohl der letzte Winter seinem Namen keine Ehre gemacht hat.

Das Licht nimmt täglich zu und nach ihm richtet sich alles Leben.

Der Frühling 2020 sieht jedoch anders aus. Er wird überschattet von der Angst vor einem Virus. Die Welle türmt sich immer höher auf und droht uns zu überrollen. Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Mundschutz sind zur Rarität geworden. Menschen kaufen die Regale der Supermärkte leer. Viele denken nur an sich. Angst und Panik legt sich über den gesunden Menschenverstand.

Schauen wir in den heutigen Tagen in die Natur, scheint sie wenig beeindruckt vom Tun der Menschen. Sie lässt das neue Leben überall erwachen, wie es der Jahreskreislauf vorgibt. Nach dem Ende beginnt der Neuanfang.

Vielleicht ist die derzeitige Krise auch für uns Menschen eine Chance zum Umdenken und Neubeginn?

Der Konsum wird heruntergeschraubt und für viele von uns wird Zeit frei. Sollten wir sie nicht als Geschenk annehmen, wieder zu uns selbst zu finden? Was macht unser Leben wirklich aus?

Um Achtsamkeit wieder zu erlernen, bietet sich ein Spaziergang durch den Wald an. Die Wunder der Natur mit klareren Blick zu sehen, Ruhe zu finden und das Staunen wieder neu zu entdecken. Haben wir dabei ein Kind an der Hand, ist das ganz leicht. Kinder können staunen, denn sie sind die geborenen Entdecker. Die Bewegung an der frischen Luft und der innere Ausgleich, stärkt zudem unser Immunsystem und ist dann bestens gerüstet, um gegen Krankheitserreger anzukämpfen.

Vielleicht entdeckt dabei so manches junge Elternpaar gemeinsam mit ihrem Kind, die Liebe zur Natur neu?

Vielleicht denken diese Eltern darüber nach, ob ein Waldkindergarten nicht eine gute Option zur Tagesbetreuung ihres Kindes wäre.

Kinder die von klein an das Leben verstehen lernen, werden unsere Erde schützen, wenn sie heranwachsen und werden Verantwortung dafür übernehmen. Sie sind es, die in Zukunft hier leben wollen.

Unsere Gesellschaft ist im Umbruch und alle Dinge beginnen im Kleinen.

Ich persönlich hoffe, dass wir alle aus dieser Krise gestärkt hervorgehen und unser Leben in die Hand nehmen, um Neues zu gestalten. Alle die an der Idee des Waldkindergartens in unserer Region Interesse haben, sind herzlich aufgefordert, sich auf dieser Seite zu melden. Ich persönlich wünsche mir von Herzen, dass der Frühling 2020 auch uns Menschen neu erwachen lässt.

Herzlichst Manuela Buczior

Lernen fürs Leben

Werden Kinder , die einen Waldkindergarten besuchen für die Schule gut vorbereitet?

Laut Untersuchungsergebnissen ( nachzulesen in: “ Der Waldkindergarten- Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes“ von Ingrid Miklitz), lässt sich ableiten, dass der Besuch eines Waldkindergartens die schulischen Leistungen eher fördert und die Kinder in allen Bereichen sehr gute Ergebnisse erziehlen.

Aus der Hirnforschung weiß man heute, dass die Auseinandersetzung mit der Natur essentiell genauso wichtig ist, wie gesunde Ernährung. Hier begegnen Kinder den vier Quellen einer gesunden Entwicklung : Freiheit, Unmittelbarkeit, Widerständigkeit und Bezogenheit. Auf diesen Erfahrungen bauen sie ihr Fundament, das ihr Leben trägt.

( Gerald Hüther- Hirnforscher)

Zurück zu unseren Wurzeln ?

Unser Wald, ein dunkles grünes Geheimnis. Das dichte Blätterdach läßt das Licht hindurchschimmern und zaubert Fantasiegebilde auf die Stämme der Bäume. Aus Kindertagen kennen wir ihn als Schauplatz vieler Märchen, an deren Ende alles gut wird.

Heute wissen wir viel mehr über den Wald. Er produziert unsere Luft zum Atmen, ist Lebensraum unzähliger Pflanzen und Tiere, ist unser Wasserspeicher.

Wir wissen es alle, wir brauchen den Wald. Er tut uns gut, ist Balsam für die Seele.

Schaut man heute in den Wald, sieht man das Sterben von Bäumen. Sollten wir uns über das WARUM, nicht ernsthaft Gedanken machen?